Minimalismus im Wochenbett

Ich habe mich in den letzten Tagen etwas durch Artikel von BloggerInnen bezüglich dem Wochenbett durchgeschmöckert und ich möchte nicht die offensichtlichen und schon 1000x gelesenen Dinge noch einmal durchkauen. Vielleicht ist ja bei mir etwas Neues für euch dabei !

Ich finde es jetzt einmal wichtig eine Betonung auf WOCHEN(!)BETT zu setzen genau everyone listen up, denn das Wochenbett bezieht sich nicht auf eine Zeitspanne von 1er Woche sondern von mindestens 6-8 Wochen. (Natürlich davon abhängig wie die Geburt verlaufen ist.) In dieser Zeit sollte es der Mutter möglich sein sich komplett um das Neugeborene zu kümmern. Dazu braucht es im Idealfall ein Umfeld, welches sie und das Kind in einem großen Ausmaß und über diese erwähnte Zeitspanne unterstützt. Haushalt und Essen sollten bestmöglich delegiert werden damit Mutter und Kind sich gänzlich und in Ruhe begegnen können.  In meinem Fall habe ich das Glück schon einige Wochen vor der Geburt und für mein Wochenbett diese Unterstützung zu genießen. Diese besteht aus meinem Freund aber gerade auch meinen Eltern und Geschwistern. Ich weiß, dass sie es erst möglich machen, dass ich eine glückliche Mutter geworden bin, denn sie haben mir viel Zeit und positive Energie geschenkt.

Für uns Mütter finde ich es aber im Gegenzug sehr wichtig auch tatsächlich diese Ruhe und Gelassenheit zu finden und ich weiß aus Erfahrung das ist nicht immer so leicht. Bei meinem ersten Kind musste ich darauf schon einige Male von meiner Mutter hingewiesen werden. Es ist die Gesellschaft in der wir Frauen heutzutage leben. Wir haben nicht das Selbstbewusstsein uns “nur” auf unser Kind zu konzentrieren. Ich beobachte, dass es für viele bewundernswert ist, wenn Frauen sich sofort wieder in Bewegung setzen und das Leben nicht zu lange auf Stillstand steht. Aber das ist kompletter Schwachsinn bewundernswert ist es, wenn es eine Frau schafft sich wirklich auf ihr Kind zu konzentrieren und aufmerksam bleibt. (Auch ich muss mich beim Stillen beispielsweise zurückhalten nach gefühlten Stunden trotzdem nicht zu meinem Handy zu greifen!). Gerade in diesem dritten Wochenbett merke ich welch ein Gewinn diese Ruhe und Aufmerksamkeit für mich bedeuten. Also je mehr ich verzichte desto mehr sehe ich meinen bzw. unseren Gewinn.  Also fordert diese Zeit ein und beobachet !

Welche Rolle spielt der Mann in dieser ersten so magischen Zeit?

Eigentlich KEINE außer, dass er die Frau so gut wie möglich unterstützen sollte um diese Ruhezeit mit dem Kind zu haben und falls es andere Kinder gibt sich um diese zu kümmern. Das klingt hart aber diese Zeit ist wirklich dazu da, dass Mutter und Kind bestmöglich zueinander finden und da ist es wichtig den Vater im Hintergrund zu spüren. Im Endeffekt sucht das Kind ständig nach der Mutter beziehungsweise nach der Brust also warum wollen wir auf Biegen und Brechen etwas gegen die Natur machen. Keine Sorge Väter ihr kommt schon noch auf eure Kosten 🙂 Nein aber ernsthaft es ist eh nicht immer leicht sich selbst zu vertrauen und oft können einen Männer extrem verunsichern egal ob bei der Geburt oder auch im Wochenbett, wenn es zu Problemen kommt und sie es einfach auf ihre Weise reparieren wollen und das so schnell wie möglich. Deshalb sollen sie uns einfach nur in unserem Tun stärken. Wie meine Schwägerin so gerne sagt. There are pink jobs and there are blue jobs ! In unserem Fall war das auch ein Prozess, dass wir gelernt haben den anderen zu stärken und Sicherheit in seinem Tun zu geben.  Hinter einer starken Frau steckt ein starker Mann und vice versa !

Weitere hilfreiche Tipps fürs Wochenbett:

  • Die Nacktheit des Kindes fördern – Dazu lest doch bitte meinen Blogbeitrag: “Outfits a baby really cries for”
  • Das Kind sollte nie weiter als 3 Armlängen von einem entfernt sein – Oh ja wir wandern von Raum zu Raum 🙂
  • Ruhe insbesondere Lärmvermeidung und auch keine starken Lichtimpulse (fernseh- und handyfreie Zone)
  • Ich wickle mein Kind bis zur 6. Lebenswoche von hinten dh: das Baby liegt am Bauch um so den Moro-Reflex nicht zu oft auszulösen. Es lässt sich am Leichtesten als “Zusammenzucken” beschreiben. Dieser Reflex ist zwar ein Zeichen von Reife jedoch sollte er nicht ständig ausgelöst werden, da er für das Kind Stress bedeutet. Dabei bedecke ich auch den Oberkörper immer mit einer Musselin-Windel. (Bei Kindern mit Geburtsstress ist ein längerer Zeitraum dafür empfehlenswert.)
  • Ich verwende KEINE Feuchttücher sondern einfach nur Wasser.
  • Trockene Stellen oder auch einen wunden Nabel tropfe ich mit Muttermilch ein. Auch bei Problemen mit den Augen tropfe ich ganz einfach Muttermilch in das offene Auge.
  • An die Haut von meinen Kindern lasse ich ansonsten nur sehr hochwertiges Babyöl.
  • Stillen: Grundsätzlich bleibt man beim Stillen ca. 2 Stunden auf einer Seite und beginnt immer mit der die sich praller anfühlt aber es gibt unterschiedliche Wege. Ich habe viel Milch und stille deshalb viel im Liegen, da die Milch so nicht so schnell läuft und es so für das Kind gerade am Anfang leichter ist. Ich bin in der Nacht oben immer nackt, damit sich meine Brüste auch wirklich entleeren können und untertags trage ich keine BHs mit Bügel. Ich stille immer mit der Brust mit der ich als Letztes gestillt habe und mache gleichzeitig auch die andere Seite auf, damit sich die andere Brust in der Zwischenzeit schon etwas entleeren kann und dann erst wechsle ich die Seite. Da ich quasi seit 4 Jahren jetzt schon stille und nie ein Problem mit meinen Brüsten  gehabt habe möchte ich behaupten, dass sich diese Tipps super bewährt haben. Aja und natürlich verwende ich Stilleinlagen. Die gibt es auch aus Stoff. Leider haben diese mir bei den Brustwarzen zu sehr geschmerzt, weshalb ich auf nicht waschbare Stilleinlagen umsteigen musste.
  • Wir baden gerne und das am Allerliebsten mit einem Badekübel. Ich liebe ihn wegen der embryonalen Stellung des Kindes. Wie das mit dem Badekübel genau funktioniert könnt ihr gerne auf Anfrage erfahren. #askmymum

  • Ich schützte mein Kind und habe meine Kinder immer sehr vor fremden Händen geschützt. Warum ist mir das so ein großes Anliegen: Einfach gesagt es ist dem Kind wirklich kein Anliegen herumgereicht zu werden. Es bedeutet einfach nur Reizüberflutung und Stress und ist im Endeffekt der reine Egoismus von jedem der das überhaupt einfordert. Auch sollte man bedenken, dass ein Neugeborenes 2 Monate braucht um sich das Gesicht der Mutter einzuprägen.
  • Ich verbringe gefühlt 24 Stunden mit meinen Kindern an der frischen Luft das heißt es ist mir auch sehr wichtig mit meinem Kleinen viel an der frischen Luft zu sein. Gerade in den ersten Tagen ist natürlich das Sonnenlicht schon sehr viel für ein Neugeborenes deshalb alles in kleinen Schritten.
  • Wenn das Kind nicht direkt bei mir liegt dann schläft es in einem wunderschönen für mich gemachten “Babynest” , welches in seinem Beistellbett liegt. So ist es von allen Seiten begrenzt und fühlt sich beschützt und geborgen. Kann ich nur absolut weiterempfehlen ! PS: Das Beistellbett habe ich nur für das Foto nach draußen gestellt 🙂

  • Für uns Mütter what we seriously need: riesige (!)- no kidding Binden, Netzhöschen und Unterlagen (in den ersten Wochen gerade wegen Wochenfluss und danach, weil man sich sonst wegen dem Milchfluss wie auf See fühlt)
  • Für uns Mütter what we seriously do not need: noperfume, nolongnails, nomakeup, no nailpolish – keine zu starken Gerüche sondern den tatsächlichen Duft der Mutter, Tragetuch, Kinderwagen
  • weitere dont’s : eine Babywippe schränkt die Bewegungen eines Neugeborenen ein und ist ergonomisch sehr ungesund, auch sollte das Kind nicht in der Babywanne außerhalb des Autos herumgeschleppt werden aus den gleichen Gründen wie bei der Babywippe. Ein Baby sollte nie eine Haltung zu lange einnehmen müssen, die es von selbst noch nicht kann !
  • Gib deinem Kind und dir selbst Zeit zueinander zu finden.  Ein Baby muss sich nicht sofort beruhigen solange es von der Mutter gehalten wird. 

Mehr braucht man nicht, denn LESS IS MORE !

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4 Kommentare

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  2. Ich kann mich den anderen nur anschließen. So konzentriert auf das wesentliche was Mutter und Kind brauchen. Bleibt nur zu hoffen, dass dieser Beitrag möglichst viele (frische) Mamas erreicht!

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